Das Lohschälen

Nach dem Austrieb der Eichen begann das Lohschälen. Dabei wurde von den Stämmen mit einem löffelförmigen Schneideeisen (Schöwwel) die Rinde abgeschält. Mit Hilfe einer Lohleiter geschah dies bis in ca. 4 m Höhe.

Die Lohe blieb einige Tage zum Trocknen am Stamm hängen, wurde dann abgenommen und gebündelt zur Gerberei gefahren. Diese gerbten vor allem derbe Lederarten für die Schuh- und Stiefelherstellung, sowie für Sattel- und Zaumzeug. Auch diese Nutzung ist bis in das 14. Jahrhundert zurück zu verfolgen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Siegerland noch 92 Gerbereien, die Lohe verwendeten. Mit dem Aufkommen synthetischer Gerbmittel verlor das Lohschälen im Siegerland jedoch schnell an Bedeutung.