Brasebröh am 23.08.2019

Seit nunmehr bereits 28 Jahren können Besucher des historischen Haubergs Fellinghausen gegen Ende August mit dem Brasebröh eine über Jahrhunderte praktizierte Form der landwirtschaftlichen Zwischennutzung des Niederwaldes beobachten.  Am vergangenen Freitag brannten die Brasenfeuer wieder.

Auch in diesem Jahr wurde wieder eine ca. 1.000 m² große Fläche im diesjährigen historischen Hauberg für die Korneinsaat vorbereitet. Hierzu wurde die Fläche zunächst von Geäst freigeräumt. Anschließend wurden in anstrengender Arbeit alle Gräser, Brombeeren und Zwergsträucher auf dieser Fläche mit einer Hainhacke abgetragen, da sie sonst mit dem Roggen konkurrieren würden.

Der Anbau von Roggen und Buchweizen hatte noch bis vor einigen Jahrzehnten große Bedeutung für die Ernährung der Bevölkerung, da aufgrund der engen Täler und bewaldeten Talhänge nicht genügend Ackerflächen zur Verfügung standen. Deshalb kam es auch darauf an, dass der ausgebrachte Winterroggen und Buchweizen möglichst konkurrenzfrei und damit ertragreich aufwachsen konnte.

Aufgrund der warmen und trockenen Witterung in den letzten Tagen konnte die entstehenden Plaggen (Brasen) gut abtrocknen, sodass am vergangenen Freitag ein Verbrennen möglich war.  An mehreren Stellen wurde das Material zu Haufen aufgeschichtet und  unter Aufsicht verbrannt. Hierbei wurde der Hauberg wie in früheren Zeiten von Rauchschwaden eingehüllt.

Die beim Verbrennen entstehende Asche wird in den nächsten Tagen auf der freigeräumten Fläche verteilt und dient als Dünger für die kommende Roggeneinsaat. Diese soll Anfang September erfolgen. Die Roggensaat wird dabei per Hand aufgebracht und mit einer Kratze locker mit Erde bedeckt, um die Keimung zu ermöglichen und zu verhindern, dass sich Vögel oder Mäuse das Saatgut hermachen.

Mit der Roggeneinsaat endet das Haubergsjahr 2019. Es hatte im Januar mit dem Teilen des Haubergs begonnen. Ihm folgten von Februar bis April das Schanzenmachen und im Mai das Lohschälen. Bereits im Juni wurde auf einer anderen Teilfläche Buchweizen gesät, der zur Zeit in voller Blüte steht.

In den kommenden Herbst- und Wintermonaten kehrt Ruhe wieder Ruhe ein im Hauberg, bis im Januar 2020 mit der Einteilung des Haubergs ein neuer Zyklus der Haubergsarbeiten beginnt.

Förderverein Historischer Hauberg Fellinghausen e.V. ·
Ulrich Gießelmann (Vorsitzender) · Landstraße 101 · 57223 Kreuztal-Fellinghausen · Telefon: 02732 1882